Paru pour la première fois dans le Frankfurter Zeitung du 25 mars 1911.
Erstmal erschienen in der Frankfurter Zeitung am 25. März 1911.

Zweig, Stefan. « Bei den Franzosen in Canada » in : Auf Reisen. Fischer : Frankfurt am Main, p. 129 [ISBN: 3-596-10164-6].

Bei den Franzosen in Canada

Philadelphia, im März.

Der Winterabend in Boston war grau gewesen. In diesen amerikanischen Industriestädten fühlt man’s gar nicht, wie der Tag schwindet : die graue Wolke von Rauch und Dunst, die Tausende von Schornsteinen und dampfenden Schiffen rastlos zusammenballen, wird immer dichter, immer trüber, immer bedrückender. Und dann mit einem Mal zucken die Leuchtplakate auf, schreiende Worte laufen mit halsbrecherischer Geschwindigkeit die riesigen Häuserfronten hinauf, stürzen kopfüber hinab und klettern wieder empor. Jetzt weiß man, daß es Abend wird : die Lichter schießen die Avenuen entlang auf, die brodelnde Menschenmasse stockt, und alles stürzt in ein dumpfes bleiernes Grau. In diesen Städten geht der Winter am liebsten im Nebelkleid.

Chez les Français au Canada

Philadelphie, en mars.

À Boston, le soir d’hiver avait été gris. Dans ces villes industrielles américaines, on ne sent pas le jour s’enfuir : le nuage gris de fumée moite, que des milliers de cheminées et de navires à vapeur ballonnent sans relâche, se fait toujours plus dense, toujours plus trouble, toujours plus oppressant. Puis tout d’un coup les panneaux-réclame s’illuminent, des slogans criards gravissent les frontispices des édifices géants à une vitesse périlleuse, plongent tête première et les escaladent de plus belle. Alors on sait que le soir tombe : les réverbères s’éclairent le long des avenues, les masses tumultueuses s’immobilisent et tout plonge dans un gris métallique terne. Dans ces villes, l’hiver préfère passer en habits de brouillard.

Und dann hinaus aus dieser bedrückenden Stadt, nach Norden. Die Eisenbahn hat hier einen rascheren Rhythmus, die grauen Tage in diesen hastigen Städten gießen einem Blei in die Glieder, und man schläft einen dumpfen, schweren, satten Schlaf. Puis, hors de cette ville oppressante, en route vers le nord! Ici, les trains ont un rythme plus vif, les jours gris dans ces villes fébriles vous coulent du plomb dans les membres, et on connaît un sommeil accablant, lourd, assouvi.
Morgens wache ich auf, unter mir rollen die Räder. Etwas hat mich geweckt, freundlicher als bisher jeder Tag in Amerika, etwas Helles, Leuchtendes. Ich schaue auf. Die Vorhänge sind geschlossen. Aber durch ihr Grün strahlt etwas wie südliche Sonne. Le matin, je m’éveille; en dessous de moi, les roues tournent. Quelque chose m’a réveillé, plus sympathique que tout autre jour passé en Amérique jusqu’ici, quelque chose de clair, de resplendissant. Je lève le regard. Les rideaux sont fermées. Mais leur vert laisse percer une sorte de soleil méridional.
Den Vorhang auf! Und ich muß die Augen schließen. So blanken Schnee habe ich nie gesehen. Soweit der Blick reicht, Schnee, Schnee, Schnee, glatt gestreift in die unendliche Fläche der canadischen Steppe, blinkend klar in den ersten Strahlen der Sonne, die rot und rund den Horizont emporrollt. Die Luft ist still und klar : man kann auf Meilen hin sehen und sieht immer — und ohne Ermüden — einen wunderbar reinen, friedlichen weißen Winterschnee. Und immer blauer wird mit dem erwachenden Tag der Himmel darüber, immer glitzernder, immer blendender in der erstarkenden Sonne dieses unvergleichliche Weiß. Rideau! Et je dois fermer les yeux. Jamais je n’ai vu de neige si éclatante. Aussi loin que porte le regard, à perte de vue, de toutes parts : une neige parfaitement lisse sur toute l’étendue des steppes canadiennes, éblouissante de clarté dans les premiers rayons de soleil qui, rouge et rond, roule toujours plus haut à l’horizon. L’air est calme et clair : On peut voir à des milles à la ronde, et on ne se lasse de voir une neige d’hiver blanche, magnifiquement pure et paisible. Et tout au-dessus, le ciel devient, avec le jour naissant, toujours plus bleu; et toujours plus scintillant, toujours plus éblouissant dans le soleil incandescent ce blanc incomparable.
Und das geht nun Stunden und Stunden. Die Klarheit muß durch die Augen, durch die Lungen mir irgendwie in den Körper eingedrungen sein : eine wundervolle Festigkeit überkommt einen mit einemmal. Man möchte wegspringen von dem Zug, rennen, laufen in dieser berauschend klaren Luft : irgendein Gefühl von Tätigkeit — ähnlich wie man es hier auch in den amerikanischen Städten fühlt, nur weniger nervös hier und mehr kraftvoll — wird einem vor dieser unendlich gebreiteten Landschaft wach. Et cela se poursuit des heures durant. D’une manière quelconque, il a fallu que la clarté pénètre mon corps par les yeux, les poumons : une vigueur magnifique vous envahit d’un coup. L’envie vous prend de bondir hors du train, de courir, de marcher dans cet air enivrant de clarté : une certaine sensation d’activité — semblable à celle qu’on perçoit aussi dans les villes américaines, toutefois moins nerveuse par ici et plus énergique — s’éveille en vous devant ce paysage déployé à l’infini sous vos yeux.
Stunden um Stunden im weißen Licht. Manchmal saust der Zug durch einen Wald : die Bäume haben den Schnee sich von den Armen gestreift und strecken sie frei ins Blau, die Füße stecken noch gefangen im weißen Grund. Auch die Häuser — Holzhäuser, rot und gelb, freundlich und blank — sind schon wach und blitzen mit den Fenstern, nur oben am First hängt ihnen noch die weiße Wintermütze über. In den Stationen sieht man die ersten Kanadier, frische, braune Gesichter, hohe Gestalten in bunten Sweaters, oder zottigen Pelzen, hört zum erstenmal das seltsame Französisch der Leute. Schlitten klingen mit kleinen, beinahe russisch aussehenden Pferdchen vorüber, einmal saust längst der Eisenbahn ein Trupp junger Mädchen auf Skiern heran, und wirklich, bei einem Niederstieg hält er fünf Minuten Schritt mit den gigantischen Riesenmaschinen der Canadian-Pacific. Dann schwinden sie ins Ferne, und es geht weiter im stillen Schnee. Des heures durant dans la lumière blanche. À l’occasion le train traverse une forêt en sifflant : les arbres se sont débarrassés de la neige qu’ils portaient sur les bras, ils les tendent, libres, vers le bleu, les pieds toujours emprisonnés dans le sol blanc. Les maisons elles aussi — des maisons de bois, rouges et jaunes, accueillantes et simples — sont déjà animées et brillent par leurs fenêtres; là-haut le faîte en est encore coiffé d’un couvre-chef d’hiver blanc. Dans les gares on aperçoit les premiers Canadiens, des visages frais, hâlés, des statures élevées dans des chandails multicolores, ou des fourrures hirsutes. On entend pour la première fois le français singulier des gens. Tirés par de petits chevaux presque comme ceux de Russie, des traîneaux aux clochettes tintantes déferlent sous nos yeux. À un moment, une troupe de jeunes filles à skis nous rattrape le long de la voie ferrée et pendant cinq minutes maintient, dans une dénivellation, la même cadence que le gigantesque engin du Canadien Pacifique. Enfin elles disparaissent dans le lointain, et la route se poursuit dans la neige silencieuse.
Endlich Quebec, die alte Hauptstadt von Neufrankreich. Um sie zu erreichen, muß man von St. Levis den San Lorenzo-Strom überqueren. Und das ist nun grandios zu sehen, wie dieser ungeheure Strom von einem Ufer zum andern zu einem einzigen Eisblock gefroren ist. Große Dampfer sind in der grünen Decke fest gefangen, kleinere Segelschiffe bis hoch an den Mast hinauf mit Eis überkrustet, wie umhüllt von gläserner Decke. Für das Fährboot ist mit einem eigenen Eisbrecher Bahn gemacht, unablässig fährt es hinüber und herüber. Aber in dieser halben Stunde hat sich das Wasser schon wieder verkrustet : es knistert leise am Kiel, als bräche man gesponnenes Glas entzwei. Enfin Québec, la vieille capitale de la Nouvelle-France. Pour s’y rendre, il faut traverser le fleuve Saint-Laurent depuis Lévis. Et il est grandiose de voir cet immense fleuve gelé en un unique bloc de glace d’une rive à l’autre. De grands vapeurs sont tenus prisonniers dans la grande couverture verte, de plus petits voiliers sont enduits d’une croûte de glace jusqu’au mât bien haut, comme s’ils étaient enveloppés d’une couverture de verre. Le traversier, muni de son propre brise-glace, se fraie un passage; il fait la navette sans relâche. Au cours de cette demi-heure, l’eau a eu le temps de former une autre croûte : on entend un léger crépitement sous la quille comme si l’on cassait en deux du verre filé.
Drüben wartet Quebec. Ich weiß nichts Rührenderes in unserem heutigen Weltbild als diese einsamen Sprachinseln, die sich durch die Jahrhunderte treu erhalten haben und nun leise abbröckeln, die trotzig und doch hilflos ihrem Untergang entgegengehen. Das ganze Deutschtum in Amerika ist eine solche zerrinnende Insel, aber dieser Untergang ist nicht so tragisch für den Blick, nicht so sinnfällig wie bei den französischen Besitzungen. Von Indien, das ihnen einst Dupleix eroberte, blieb ihnen nichts als Pondicherry — auch eine dieser rührenden kleinen Städte mit treuer Tradition —, von Kanada, das unter drei Königen ihr eigen war, nichts als diese paar Städte, die sich noch tapfer gegen die englische Sturmflut wehren. Zwei-, dreihundert Soldaten, damals rechtzeitig von Frankreich gesandt, hätten Indien, hätten Kanada gegen die Engländer retten können : traurig wiederholen es da und dort diese letzten Franzosen, die Abkömmlinge der Helden, die Cooper, die Thackeray in ihren Romanen gefeiert haben. Champlain und Dupleix, diese beiden großen Helden Frankreichs — denen nur der dauernde Erfolg als Schwinge ihrer Taten fehlte — sind geistig die eigentlichen Ahnherren Napoleons. Er ist ohne diese kühnen Abenteurer so wenig zu verstehen wie Shakespeare ohne die vorelisabethanischen Dramatiker. Beide habe sie vergessene Gräber, und man muß seltene Bücher oder ferne Länder aussuchen, um den Umfang ihrer Taten zu kennen. Sur l’autre rive attend Québec. Je ne connais rien de plus touchant dans notre conception actuelle du monde que ces îlots linguistiques esseulés qui se sont maintenus loyalement à travers les siècles et qui maintenant s’effritent silencieusement, qui courent à la ruine, obstinés et pourtant impuissants. Toute la germanicité en Amérique est un tel îlot qui s’effondre, mais ce déclin est, pour le regard, moins tragique, moins manifeste que celui que connurent d’autres possessions françaises. De l’Inde, que Dupleix jadis conquit, il ne reste rien que Pondichéry — encore une de ces petites villes touchantes à la tradition loyale —, du Canada, qui fut française sous trois rois, plus rien hormis ces quelques villes qui se défendent toujours courageusement contre le raz de marée anglais. Deux, trois cents soldats dépêchés de France au moment opportun auraient pu sauver l’Inde, le Canada contre les Anglais : tristement, ces derniers Français, les descendants des héros que Cooper, que Thackeray ont célébrés dans leurs romans, le répètent ici comme là-bas. Champlain et Dupleix, ces deux grands héros de la France — à qui seulement le succès durable, les ailes de leurs exploits, faisait défaut — sont les véritables ancêtres spirituels de Napoléon. Sans ces valeureux aventuriers, Napoléon échappe autant à la compréhension que Shakespeare sans les dramaturges préélisabéthains. Tous deux ont des tombeaux perdus, et il faut parcourir des livres rares ou des contrées lointaines pour connaître l’ampleur de leurs exploits.
Dieses Quebec, das einst die wichtigste Stadt Amerikas war, der Ausgangspunkt, von dem Frankreich die Staaten bis hinauf zu den großen Seen beherrschte, — diese Stadt, einst voll wilder Indianerromantik — wirkt nun wie eine liebe kleine französische Provinzstadt. Mit einemmal vergißt man, daß man in Amerika ist. Die Menschen haben hier nicht die irritierende Hast, sie sind höflich und wie beglückt, spricht ein Fremder französisch zu ihnen. Zum erstenmal habe ich seit Wochen hier wieder richtig lachen hören, frei und ungezwungen, zum erstenmal wieder in engen Gassen etwas wie Heimeligkeit gespürt. Unten im Hafen schreien schon die englischen Plakate durch die Gassen, schieben sich die billigen amerikanischen Backsteinbauten vor (die der Schönheit nicht einen Cent zum Opfer bringen) : aber die Menschen gehen daran vorbei. Man hört nur Französisch auf den Straßen und draußen im flachen Land bis weit in den Osten hinüber. Ce Québec, qui fut naguère la plus importante ville d’Amérique, le lieu à partir duquel la France allait étendre sa domination sur les États jusqu’aux Grands Lacs, — cette ville, naguère pleine d’aventures romanesques d’Indiens — fait penser aujourd’hui à une gentille petite ville française de province. D’un coup on oublie qu’on est en Amérique. Les gens d’ici n’ont pas cette hâte irritante, ils sont polis et ravis quand un étranger s’adresse à eux en français. Pour la première fois depuis des semaines, j’ai entendu des rires véritables, libres et désinvoltes, j’ai perçu, dans des ruelles étroites, un sentiment de profond bien-être. À travers les ruelles, en bas dans le port, on entend crier les panneaux-réclame anglais. Les édifices américains en briques, sans valeur, pour lesquels on n’a pas sacrifié un cent de bon goût, s’avancent les uns devant les autres, mais les gens passent sans les considérer. On n’entend que du français dans les rues et sur toute l’étendue du plateau, et encore loin vers l’est.
Dieser bewunderungswürdigen Zähigkeit, mit der sich hier ein paar tausend Franzosen nun an die hundertfünfzig Jahre ihrer Sprache erwehren, darf man seine Achtung nicht versagen. Sicherlich, sechs Millionen Deutsche, wenn nicht mehr, sind fast spurlos in Amerika versickert, nicht eine einzige Stadt, eine einzige Provinz haben sie der Sprache gerettet. Und da, diese paar tausend Franzosen, ohne Nachschub von der Heimat, ohne Unterstützung von irgendwem haben die Sprache und Sitte bewahrt. Es ist dies eine der merkwürdigsten Kraftproben der angeblich so dekadenten Rasse, beinahe beispiellos in der modernen Geschichte. On ne doit pas tarir d’éloge sur la ténacité digne d’admiration dont ont fait preuve ces quelques milliers de Français pendant environ cent cinquante ans pour défendre leur langue. Il est vrai que six million d’Allemands, sinon davantage, ont été absorbés en Amérique, presque sans laisser de traces. Ils n’ont pas assuré la sauvegarde de leur langue dans la moindre ville, la moindre province. Et là, ces quelques milliers de Français, sans renforts de la mère patrie, sans soutien de qui que ce soit, ont préservé la langue et la tradition. Voilà une épreuve des plus singulières d’une race soi-disant si décadente, presque sans pareil dans l’Histoire moderne.
Manches erklärt einem davon ein Gang durch die Stadt. Rechts und links durch die Gassen begegnet man Nonnen und Priester. Sie sind es, die den Widerstand eigentlich erhalten haben. Nichts hat die lateinischen Rassen — die Franzosen in Kanada und die schwachen, verrotteten spanischen Staaten in Zentralamerika — so vor der Amalgamierung mit dem Englischen geschützt, als die schroffe, abwehrende Haltung des Katholizismus, der im Engländer immer den Ketzer und Erzfeind sah. Während der deutsche Protestantismus sich rasch in der amerikanischen Freikirche auflöste, die meisten Pfarrer bald englisch predigten statt deutsch, haben die Priester hier in ihren Schulen die Kinder französisch und katholisch aufgezogen. „ Omnia instaurare in Christo “, ist die Devise der französischen Zeitungen hier (die übrigens auch nationale Eigenart bewahrt haben, während die deutsche Presse das Reportertum der amerikanischen Blätter eifrigst nachäfft). Die Intransigenz des Katholizismus — und dann der berühmte und in Frankreich stets als Beispiel aufgezählte, aber nicht nachgeahmte Kinderreichtum der kanadischen Franzosen haben hier ein Bollwerk aufgerichtet, das ein Denkmal nationaler Energie ohnegleichen ist in unsern Tagen. On en apprend un peu plus là-dessus par une promenade à travers la ville. À droite et à gauche dans les ruelles, on rencontre des religieuses et des prêtres. En fait, ce sont eux qui ont maintenu la résistance. Rien n’a protégé les races latines — les Français au Canada et les états faibles et corrompus espagnols d’Amérique centrale — de l’assimilation à l’anglais autant que l’attitude rébarbative du catholicisme qui voyait toujours chez l’Anglais l’hérétique et l’ennemi juré. Pendant que le protestantisme allemand se fondait rapidement dans l’Église libre américaine, que la plupart des pasteurs prêchaient bientôt en anglais plutôt qu’en allemand, les prêtres ici ont, dans leurs écoles, élevé les enfants en français au catholicisme. « Omnia instaurare in Christo » est ici la devise des journaux français (qui, soit dit en passant, ont conservé leur identité nationale tandis que la presse allemande singe le style journalistique des journaux américains). L’intransigeance du catholicisme, et puis la fameuse descendance abondante des Français canadiens constamment citée en exemple en France mais non mise en pratique, ont constitué ici un bastion qui, de nos jours, représente un monument d’énergie nationale sans pareil.
Freilich scheint dieser heroische Kampf gegen eine unendliche Übermacht nun seinem Ende nahe zu sein. Montreal ist den Franzosen schon verloren durch die Rapidität, mit der hier eine fremde Bevölkerung zuströmt. Diese Stadt, die in den letzten Jahrzehnten gigantisch sich entfaltet hat, ist der Kernpunkt einer von Jahr zu Jahr steigenden Invasion aus Europa. Und gerade die Internationalität dieser Massen bedingt die Gemeinsamkeit einer Verkehrssprache, die notwendig das Englische sein muß. Jeder Vernünftige müßte den Franzosen hier raten, ihren Widerstand (der gerade jetzt in der Gefahr trotziger wird) aufzugeben, aber hier ist das Unvernünftige so wundervoll heroisch, daß man diese Nachfahren kühner Abenteurer nur ermutigen möchte. Sie teilen heute nach hundertfünfzig Jahren das Schicksal jener Indianer, die sie als erste von ihren Heimstätten vertrieben, aus den heiligen Urwäldern in die Steppen gejagt haben, bis sie zerrieben waren, aufgelöst in fremde Nationen, zerstaubt und zerschellt. Jetzt werden sie selbst von heimischer Art, aus einer (sicherlich überlegeneren) Kultur, aus dem Französischen ins Amerikanische getrieben : nichts kann sie erhalten als ein Dichter, der käme und, wie Cooper den Untergang der Mohikaner, dieses schmerzhafte Übergehen, den heimlichen Heroismus des letzten Zurückweichens den späteren Geschlechtern überlieferte. Ihr Schicksal war, nichts zu sein als eine Episode. Mit ihnen schließt ein Band Geschichte, und ein neuer beginnt, der des Imperiums dieses gigantischen kanadischen Staates, von dem die nächsten Jahrzehnte vielleicht schon ein Blatt entrollen werden. À vrai dire, cette lutte héroïque contre une prépondérance infinie semble tirer à sa fin. Les Français ont déjà perdu Montréal à cause de la rapidité avec laquelle vient s’établir ici une population étrangère. Cette ville, qui dans les dernière décennies s’est développée de manière gigantesque, est le point de convergence d’une invasion européenne croissante année après année. Or, l’internationalité de ces masses requiert une langue véhiculaire commune qui forcément doit être l’anglais. Tout être raisonnable serait tenté de conseiller aux Français d’ici de renoncer à leur résistance (qui, plus que jamais en danger, redouble d’obstination). Mais le déraisonnable est ici si merveilleusement héroïque qu’on ne voudrait qu’encourager les descendants d’aventuriers valeureux. Ils partage aujourd’hui, après cent cinquante ans, le sort des Indiens qu’ils ont été les premiers à expulser de leur habitat, à chasser hors de leurs jungles sauvages jusque dans les steppes, jusqu’à ce qu’ils soient anéantis, dilués dans des nations étrangères, pulvérisés et morcelés. Maintenant, goûtant à la médecine locale, ils se voient eux-mêmes refoulés d’une culture française (certainement supérieure) dans une culture américaine : rien ne peut les sauvegarder qu’un poète qui, comme Cooper et le déclin des Mohicans, transmettrait aux générations à venir la transition douloureuse, l’héroïsme furtif de l’ultime revers. Leur destin fut de n’avoir été rien d’autre qu’un épisode. Avec eux prend fin une page d’histoire; une nouvelle s’amorce, celle de l’empire de ce gigantesque État canadien dont les prochaines décennies révéleront peut-être le cours.


Traduction française sous toute réserve : Claude Routhier, novembre 1996.

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Dernière mise à jour : 30 décembre 1999, 12h46